Um die anstehenden Unternehmensnachfolgen erfolgreich zu gestalten, stehen in Bayern und bundesweit diverse Förderprogramme, steuerliche Erleichterungen und Finanzierungsoptionen zur Verfügung. Im Folgenden ein Überblick der wichtigsten Rahmenbedingungen, die Sie kennen sollten:

Förderprogramme und Finanzierungshilfen

  • KfW-Förderkredite: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet spezielle Programme für Gründer und Unternehmensnachfolgen an. Seit November 2024 gibt es z.B. den ERP-Förderkredit Gründerzeit (Programm 077), der Übernahmen finanziell unterstützt . Nachfolger können dabei Darlehen bis zu 500.000 € zu attraktiven Konditionen erhalten, oft mit langen Laufzeiten und tilgungsfreien Anlaufjahren. Die KfW-Kredite werden über die Hausbank beantragt und können mit Haftungsfreistellungen kombiniert werden.                            Ziel ist es, Nachfolgern den Zugang zu Kapital zu erleichtern, indem die KfW einen Teil des Risikos übernimmt. Zusätzlich existieren weitere KfW-Programme wie der ERP-University (früher ERP-Gründerkredit Universell) oder KfW Capital für größere Vorhaben. Wichtig: Die KfW arbeitet häufig mit Bürgschaftsbanken zusammen, um fehlende Sicherheiten auszugleichen.
  • Bürgschaftsbank Bayern: Die Bürgschaftsbank Bayern steht bereit, wenn Nachfolger nicht genügend Sicherheiten für einen Bankkredit vorweisen können. Sie gewährt Ausfallbürgschaften gegenüber der Hausbank – in der Regel bis zu 80 % des Kreditbetrags – und ermöglicht so die Finanzierung auch bei geringer Eigenkapitaldecke. Gerade bei Betriebsübernahmen, wo oft immaterielle Werte (Kundenstamm, Goodwill) finanziert werden, sind Bürgschaften ein zentrales Instrument. Die Verbürgung erleichtert die Kreditvergabe erheblich und verteilt das Risiko auf mehrere Schultern. In Bayern arbeitet die Bürgschaftsbank eng mit der KfW und der LfA Förderbank zusammen. Für Nachfolger bedeutet dies praktisch: Ein Finanzierungsvorhaben kann bei der Bank eingereicht werden, und falls Sicherheiten fehlen, beantragt die Bank eine Bürgschaft der Bürgschaftsbank. Diese prüft den Businessplan des Nachfolgers und stellt bei positiver Prognose die Garantie bereit (gegen eine moderate Bürgschaftsprovision).
  • LfA Förderbank Bayern: Auf Landesebene unterstützt die LfA Förderbank Bayern Existenzgründungen und Nachfolgen mit zinsgünstigen Krediten und Risikoentlastungen. Die LfA-Programme (z.B. Startkredit, Universal oder Eigenkapitalersatz-Programme) bieten lange Laufzeiten, festgeschriebene Zinsen und tilgungsfreie Zeiträume. Oft können LfA-Kredite mit KfW-Mitteln kombiniert werden (Kumulation). Für Betriebsübernahmen interessant ist etwa der LfA-Unternehmenskredit, der Investitionen und Übernahmen finanziert, oder der Startkredit 2 speziell für kleinere Vorhaben. Die LfA arbeitet ebenfalls mit der Bürgschaftsbank zusammen, sodass auch hier Bürgschaften eingebunden werden können. Vorteilhaft an Landesprogrammen ist mitunter die etwas flexiblere Gestaltung und die regionale Expertise. Nachfolger in Bayern sollten diese Möglichkeiten prüfen, da sie Zinsvorteile bringen können.
  • Beteiligungskapital (Bayern Kapital / BayBG): Für größere Nachfolgeregelungen – insbesondere, wenn es um Unternehmen mit 50+ Mitarbeitern oder hohen Kaufpreisen geht – kommen auch Beteiligungsgesellschaften ins Spiel. In Bayern stellt die Bayerische Beteiligungsgesellschaft (BayBG) Mezzanine- und Eigenkapital zur Verfügung, um Übernahmen zu finanzieren. Die BayBG kann sich mit stillen oder offenen Beteiligungen an einem Nachfolgevorhaben beteiligen, typischerweise im Umfang von einigen hunderttausend bis zu mehreren Millionen Euro (laut BayBG bis ~10 Mio. €). Dies ist hilfreich, wenn z.B. ein Management-Buy-Out oder -Buy-In ansteht und die Eigenkapitalbasis des Übernehmers gestärkt werden muss. Zusätzlich existieren regionale Investmentfirmen und die bundeseigene Mittelständische Beteiligungsgesellschaft (MBG), die in ähnlicher Weise agieren. Solches Beteiligungskapital verbessert die Bonität des Nachfolgers und verringert den Fremdkapitalbedarf. Allerdings geben Übernehmer dafür einen Anteil am Unternehmen bzw. Gewinne ab – das muss im Einzelfall abgewogen werden.
  • Zuschüsse und Beratungsförderung (Nachfolgevorbereitung) Neben Krediten, Bürgschaften und Beteiligungskapital gibt es für Nachfolger und Übergeber auch Zuschüsse, vor allem für Beratung (indirekte Förderung). Bundesweit relevant ist das BAFA-Programm „Förderung unternehmerischen Know-hows“ . Darüber können kleine und mittlere Unternehmen  Beratungsleistungen bezuschussen lassen, zum Beispiel zur Vorbereitung einer Unternehmensnachfolge: Übergabefähigkeit herstellen, Zahlen und Organisation ordnen, einen realistischen Fahrplan erarbeiten, Rollen klären und die Übergabe sauber vorbereiten. In Bayern beträgt der Zuschuss in der Regel 50 Prozent der förderfähigen Beratungskosten bezogen auf eine Bemessungsgrundlage von 3.500 Euro, also maximal 1.750 Euro Zuschuss pro Beratung.Wichtig ist die Abgrenzung: Gefördert wird die Beratung zur Nachfolgevorbereitung, nicht aber die anschließende Vermittlungstätigkeit (also das reine Zusammenbringen von Käufer und Verkäufer oder „Matchmaking“). Genau deshalb ist es in Nachfolgeprojekten sinnvoll, die förderfähige Vorbereitungsphase klar von der späteren Vermittlungs- oder Verkaufsphase zu trennen.Da ich in der BAFA-Beraterliste registriert bin, bin ich für diese geförderte Nachfolgevorbereitung der Ansprechpartner: Ich begleite den Prozess so, dass die Beratung inhaltlich sauber in den förderfähigen Bereich fällt und die notwendige Dokumentation (Beratungsbericht) passt. Der praktische Nutzen für Sie: Sie bekommen einen klaren Übergabe-Fahrplan, schaffen Transparenz in den Zahlen und machen Ihren Betrieb übernahmefähig, bevor Sie in Gespräche mit Interessenten gehen. Dadurch vermeiden Sie typische Stolpersteine, sparen Zeit und erhöhen die Chance, dass eine spätere Übergabe zu fairen Bedingungen gelingt.Bayern-spezifisch zur Einordnung: Das frühere Vorgründungs- und Nachfolgecoaching Bayern  wurde zum 31.03.2025 eingestellt; eine Antragstellung ist dort nicht mehr möglich. Unabhängig davon gibt es weiterhin die Offensive Unternehmensnachfolge.Bayern als Netzwerk- und Informationsplattform des Bayerischen Wirtschaftsministeriums, sowie die Unterstützung durch die regionalen Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern. Diese Stellen sind als erste Orientierung und für Basisinformationen hilfreich. In der Praxis ersetzt das jedoch selten die strukturierte Vorbereitung im eigenen Betrieb, weil es am Ende nicht um Informationen, sondern um Umsetzbarkeit geht: Unterlagen, Zahlenlogik, Rollen, Zeitplan und eine klare Übergabestrategie. Für die Suche und Erstkontakte wird häufig die Nachfolgebörse nexxt-change genutzt, sie liefert aber vor allem Reichweite, nicht automatisch passende Kandidaten. Genau deshalb ist die geförderte Nachfolgevorbereitung über BAFA ein sinnvoller Schritt, bevor man in die eigentliche Nachfolgersuche und spätere Verhandlungen einsteigt.
  • Förderung prüfen: Nutzen Sie meinen Fördermittelcheck zur Nachfolgevorbereitung. In wenigen Minuten sehen Sie, welche Fördermittel Sie möglicherweise beanspruchen können.