Psychische Gefährdungsbeurteilung

Im Juni 2013 hat der Bundestag eine Änderung im Arbeitsschutzgesetz beschlossen. Kern der Gesetzesänderung ist es, dass nun auch psychische Belastungen bei der Gefährdungsbeurteilung eines Arbeitsplatzes berücksichtigt werden müssen. Kleinbetriebsklausel entfällt: Die Befreiung der Dokumentationspflicht für kleine Unternehmen bis 10 Mitarbeitern ist im §6 ArbSchG aufgehoben worden. ALLE Unternehmen müssen seit 2013 Ihre Physischen und Psychischen Gefährdungsbeurteilungen dokumentieren!

Konsequenzen bei Nicht-Durchführung psychischer Gefährdungsbeurteilung:

Das Arbeitsschutzgesetz sieht keine direkten Sanktionen vor – aber:Arbeitnehmer können, wenn es zu Beeinträchtigungen kommt, Schadenersatz beim Arbeitgeber geltend machen.Leistungsträger wie die gesetzliche Unfallversicherung nehmen beim Arbeitgeber Regress. Eine krankheitsbedingte Kündigung ohne ein nachweisbares Bemühen des Arbeitgebers um die körperliche und geistige Gesund seiner Mitarbeiter ist mittlerweile nahezu ausgeschlossen!

Fazit: Psychische Belastungen sind nun in gleicher Weise zu beurteilen und mit Massnahmen zu minimieren wie körperliche Belastungen. Wenn dann nach §6 ArbSchG keine Psychische Gefährdungsbeurteilung vorliegt, hat der Arbeitgeber auch bei nur 1 Mitarbeiter ein gigantisches Problem, das sicher finanziell nicht tragbar ist und das Unternehmen in den Ruin treiben kann. Fast immer werden die Unternehmer und Geschäftsführer auch privat haften.Auch für verantwortliche Arbeitsschutzbeauftragte oder Sicherheitsbeauftragte kann eine Haftung in Frage kommen.

Frage: Ist Ihnen Ihre Haftung bewusst?